Waldgeschichte(n)
Kräutergarten und Fleuegraben

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und genießen sie die
Düfte des Kräutergartens auf der Wiesenfläche zwischen
Abenteuerspielplatz und Baumallee.
Fleuegräben haben eine jahrhundertealte Tradition im Solling.
Sie gehören zu einem Bewässerungssystem, das die Bauern vor
langer Zeit angelegt haben. Das Bewässern der Wiesen wird im
Sollinger Platt auch als "Fluien", "Fleuen" oder "Flößen" bezeich-
net. Im Frühjahr nach dem Frost wurde durch ein Grabensystem
Wasser aus den Bächen und Quellen aus dem Wald über die wald-
randnahen Wiesen geleitet.
Nach der Frostperiode war das Quellwasser wärmer als der Boden.
Das Fleuen bewirkte, dass der Schnee auf den Feldern und Wiesen
früher taute, der Boden sich früher erwärmte und deshalb die Vege-
tationsperiode früher einsetzte. Eine zweite Mahd zur Versorgung
des Viehs wurde möglich. Außerdem enthielt das Wasser einige
Nährstoffe. Je mehr bewässert wurde, desto ertragreicher waren
die Wiesenflächen.
Das Fleuen war eine mühselige Arbeit. Die Gräben entstanden in
Gemeinschaftsarbeit. Entlang der Gräben waren Schleusen ein-
gerichtet, die beim Öffnen das Wasser über jeweils eine bestimmte
Wiese fluten ließen. Das zufließende Wasser mussten die Leute sich
teilen. Oft reichte es nicht für alle. Ein solcher Graben wurde von
vielen Bauern gleichzeitig genutzt und jeder wollte möglichst viel
Wasser auf sein Feld geleitet haben.
Diese kunstvoll angelegten Gräben haben wesentlichen Anteil an
dem Aufstieg der Landwirtschaft im Solling. Als man in 50er Jahren
anfing, Mineraldünger einzusetzen wurde das Bewässern der Wiesen
überflüssig und die jahrhundertealte Fleue-Tradition endete.

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